Taxi Akbulut Tübingen
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Taxi Tübingen, Flughafentransfer und Digitalisierung: Unsere digitale Taxizentrale
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Taxi Tübingen, Flughafentransfer und Digitalisierung: Unsere digitale Taxizentrale

Yasin Akbulut

Verfasst von

Yasin Akbulut

Inh. Taxi Akbulut Tübingen

Veröffentlichung27. August 2026
Lesezeit9 Min.

Seit 1986 fahren wir Taxi in Tübingen. Vier Jahrzehnte lang lief unser Betrieb so, wie ein Taxiunternehmen eben läuft: Das Telefon klingelt, jemand nimmt ab, ein Fahrzeug fährt los. Das funktioniert bis heute – und es wird auch so bleiben. Aber in den letzten Monaten ist daneben etwas entstanden, das es in dieser Form bei einem Taxibetrieb unserer Größe selten gibt: eine komplett eigene digitale Zentrale. Eine eigene Website mit Online-Buchung rund um die Uhr, ein WhatsApp-Assistent, der Fahrten versteht und anbietet, und ein Verwaltungssystem, das wir selbst pflegen – ohne Agentur, ohne Baukasten, ohne Vermittlungsplattform dazwischen. Wer ein Taxi in Tübingen oder einen Flughafentransfer ab Tübingen sucht, kann uns dadurch direkt erreichen.

Gebaut haben wir das nicht allein. Unser Entwicklungswerkzeug war eine künstliche Intelligenz: Claude von Anthropic. In diesem Beitrag erzählen wir von A bis Z, was entstanden ist, wie die Zusammenarbeit zwischen einem Taxiunternehmer und einer KI aussieht – und wo die Grenzen liegen.

Warum überhaupt? Die Ausgangslage

Unser Betrieb ist in zweiter Generation familiengeführt. Mein Bruder Muhammed Şefik verantwortet den operativen Betrieb, ich die digitale Seite – und ich bin selbst seit 2006 in der Taxibranche unterwegs. Unsere alte Website war eine klassische WordPress-Seite: eine digitale Visitenkarte, mehr nicht. Wer buchen wollte, musste anrufen.

Gleichzeitig haben wir beobachtet, wohin sich der Markt entwickelt: Große Vermittlungs-Apps schieben sich zwischen Taxiunternehmen und Fahrgast. Wer dort sichtbar sein will, zahlt – mit Provision und mit der Kundenbeziehung. Das widerspricht dem, wie wir arbeiten. Wir schauen nicht auf den heutigen Umsatz, sondern auf den Fahrgast, der in fünf Jahren wieder anruft. Diese Beziehung geben wir nicht an eine Plattform ab.

Die Konsequenz: Wenn unsere Kunden digital buchen wollen, dann sollen sie das direkt bei uns können – genauso verbindlich und genauso persönlich wie am Telefon.

Der ungewöhnliche Weg: keine Agentur, sondern eine KI

Der übliche Weg wäre gewesen: Agentur beauftragen, Angebot abwarten, für jede spätere Änderung wieder zahlen. Wir haben uns anders entschieden. Ich habe die Software gemeinsam mit einer KI entwickelt – im Dialog. Ich beschreibe, was der Betrieb braucht, die KI schreibt den Programmcode, ich prüfe das Ergebnis im Alltag, und dann verbessern wir es gemeinsam. Schritt für Schritt, Funktion für Funktion, über viele Monate.

Das Entscheidende dabei: Das Fachwissen kommt aus dem Taxialltag, nicht aus dem Computer. Eine KI weiß nicht von sich aus, dass eine Abholung vom Flughafen etwas anderes ist als eine Fahrt zum Flughafen. Sie weiß nicht, dass ein Fahrgast mit drei Koffern nicht in jedes Fahrzeug passt, und sie weiß nicht, wie sich ein Fahrgast fühlt, der nachts um vier zum Flieger muss und wissen will, ob das Taxi wirklich kommt. All das mussten wir ihr beibringen – aus vierzig Jahren Erfahrung. Die KI hat es dann in Software übersetzt, schneller und geduldiger, als es jede Agentur je könnte.

Baustein 1: Die Website – schnell, weil das respektvoll ist

Die neue Website ist kein Baukasten, sondern eine eigens entwickelte Anwendung auf einem eigenen Server. Warum das wichtig ist? Geschwindigkeit. Wer unterwegs mit dem Handy ein Taxi sucht, hat keine Zeit für eine träge Seite. In einer unserer Optimierungsrunden haben wir die Startseite von über 20 Megabyte auf unter 2 Megabyte verschlankt – sie lädt seitdem auch im Funkloch-gefährdeten Neckartal zügig. Jedes Bild, das wir heute hochladen, wird automatisch komprimiert, bevor es online geht. Darum kümmert sich das System selbst.

Baustein 2: Online-Buchung – rund um die Uhr, zum Festpreis

Das Herzstück der Website ist die Buchung. Sie funktioniert zu jeder Tages- und Nachtzeit, an jedem Tag im Jahr. Wer sich neu registriert, kann außerdem den aktuell im System hinterlegten Neukunden- bzw. Willkommensrabatt bei der ersten Fahrt nutzen. Die Registrierung ist direkt über das Kundenprofil möglich; der gültige Rabatt wird dort beziehungsweise während der Buchung angezeigt.

  • Festpreise statt Überraschungen. Für unsere Festpreisstrecken – etwa den Flughafentransfer zum Flughafen Stuttgart – rechnet das System den Preis aus unserem eigenen Tarifsystem aus und zeigt ihn vor der Buchung an. Kein Schätzen, kein Kleingedrucktes.
  • Verbindlich nach Zahlung. Wer online bezahlt, bekommt eine verbindliche Bestätigung – und die Fahrt steht in derselben Sekunde in unserer Einsatzplanung. Da kann nichts verloren gehen und nichts doppelt vergeben werden.
  • Mitgedacht. Kindersitze lassen sich direkt mitbuchen. Bei Flughafenfahrten verfolgen wir den Flug – verspätet sich die Maschine, wissen wir das, bevor Sie gelandet sind.

„Die Uhrzeit ist kein Problem, wir werden pünktlich für Sie da sein."

Dieser Satz fällt bei uns am Telefon seit Jahrzehnten. Die Online-Buchung ändert daran nichts – sie macht ihn nur auch um drei Uhr nachts einlösbar, wenn niemand mehr anrufen möchte.

Baustein 3: Der WhatsApp-Assistent – unser digitaler Kollege

Der Teil, auf den wir am meisten stolz sind: Man kann uns bei WhatsApp schreiben, und ein KI-Assistent nimmt die Buchung auf – im ganz normalen Gespräch. Wer „Ich brauche morgen früh um 5 ein Taxi von Tübingen zum Flughafen Stuttgart, wir sind 3 Personen mit 4 Koffern" schreibt, bekommt keine Formularfelder, sondern eine Antwort wie von einem Kollegen: Der Assistent versteht die Strecke, prüft Personen und Gepäck und bietet nur Fahrzeuge an, in die alles wirklich hineinpasst.

Hinter diesem scheinbar einfachen Gespräch steckt die meiste Entwicklungsarbeit des ganzen Projekts. Ein paar Beispiele, was der Assistent gelernt hat:

  • Erst der Datenschutz, dann das Gespräch. Vor dem ersten Austausch fragt der Assistent die Zustimmung zur Datenverarbeitung ab. Ohne Ja kein Gespräch.
  • Richtung verstehen. „Abholung vom Flughafen" heißt: Der Flughafen ist der Startpunkt. Klingt banal – ist aber genau die Sorte Detail, an der Chatbots sonst scheitern. Zur Sicherheit zeigt jedes Angebot die verstandene Strecke noch einmal an, mit der Bitte, sie zu prüfen.
  • Die Buchungsnummer zum Mitnehmen. Nach der Buchung kommt die Buchungsnummer als eigene, separate Nachricht – gedrückt halten, kopieren, fertig. Und über einen Knopf „Buchung verwalten" lässt sich eine Fahrt jederzeit ändern oder stornieren, ohne irgendwo Nummern einzutippen.
  • Der wichtigste gelernte Satz: „Mitarbeiter". Wer in irgendeinem Moment lieber mit einem Menschen sprechen möchte, schreibt einfach „Mitarbeiter" – und der Assistent verstummt sofort und dauerhaft, bis einer von uns das Gespräch persönlich übernommen hat. Der Assistent erkennt es auch selbst, wenn ein Gespräch hakt oder jemand genervt ist, und bietet die Übergabe von sich aus an.

Dieser letzte Punkt war uns der wichtigste im ganzen Projekt. Eine KI, die Menschen festhält, die längst einen Menschen wollen, ist keine Hilfe, sondern eine Zumutung. Unser Assistent ist der erste Ansprechpartner – nicht der letzte.

Baustein 4: Das Cockpit dahinter – wir pflegen alles selbst

Was Besucher nie sehen, ist für den Betrieb vielleicht der größte Gewinn: das Verwaltungssystem. Preise und Festpreiszonen, Fahrzeuge, häufige Fragen, Ratgebertexte, dieser Blog, sogar die Suchmaschinen-Einstellungen jeder einzelnen Seite – alles pflegen wir selbst, ohne für jede Änderung einen Programmierer zu brauchen.

Auch die Vorteile für registrierte Kunden laufen direkt über diese digitale Taxizentrale: Neukunden sehen ihren Willkommensrabatt bei der ersten Buchung, und Geschäftskunden können über das Cashback-Programm bei Dienstfahrten Guthaben sammeln und später bei privaten Fahrten einlösen. Die aktuellen Bedingungen werden zentral gepflegt und deshalb nicht in einem alten Blogtext festgeschrieben.

Dabei gilt eine eiserne Regel, die tief im System verankert ist: Preise stehen an genau einer Stelle – in unserer Tarifverwaltung. Die Website liest sie dort, die Buchung rechnet mit ihnen, und auch der WhatsApp-Assistent darf ausschließlich diese Preise nennen. Eine KI, die Preise „schätzt" oder erfindet, gibt es bei uns nicht. Was nicht in der Tarifverwaltung steht, wird nicht versprochen.

Baustein 5: Gefunden werden – auch von anderen KIs

Eine Website nützt nichts, wenn niemand sie findet. Deshalb steckt im System auch viel unsichtbare Arbeit: strukturierte Daten, die Suchmaschinen unseren Betrieb, unsere Bewertungen und unsere Leistungen maschinenlesbar erklären, eine saubere Seitenstruktur und schnelle Ladezeiten.

Und weil immer mehr Menschen nicht mehr googeln, sondern eine KI fragen („Was kostet ein Taxi von Tübingen zum Flughafen?"), haben wir etwas eingebaut, das die wenigsten Websites haben: eine eigene, ständig aktuelle Auskunftsseite für KI-Assistenten. Fragt ein Assistent wie ChatGPT oder Claude nach unseren Leistungen, findet er dort unsere echten, tagesaktuellen Preise aus der Tarifverwaltung – nicht veraltete Zahlen aus irgendeinem Verzeichnis. Eine KI hat uns geholfen, für andere KIs lesbar zu werden. Das hat eine gewisse Ironie, aber vor allem hat es einen Nutzen.

Was die KI bei uns nicht macht

Bei aller Begeisterung – ein paar Dinge sind uns wichtig, und sie gehören in jeden ehrlichen Bericht über dieses Projekt:

  • Die KI fährt nicht. Am Steuer sitzt ein Mensch, der Ihnen den Koffer trägt und den Weg kennt. Daran wird sich nichts ändern.
  • Die KI entscheidet nicht. Jede Funktion, jeder Text, jeder Preis wurde von uns geprüft und freigegeben. Die KI ist Werkzeug, nicht Chef.
  • Die KI ersetzt kein Gespräch. Das Telefon bleibt besetzt, und der Weg zum Menschen ist im Chat immer nur ein Wort entfernt.
  • Ihre Daten bleiben bei uns. Buchungen laufen über unser eigenes System auf unserem eigenen Server – nicht über eine Vermittlungsplattform, die Ihre Daten zu ihrem Geschäftsmodell macht.

Was wir aus dem Projekt gelernt haben

Erstens: Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen – aber sie ist jetzt skalierbar. Alles, was unser System besser macht als einen Standard-Chatbot, stammt aus Jahrzehnten Fahrpraxis: die Fahrzeuglogik, die Flughafen-Abläufe, der Ton in den Antworten. Die KI hat diese Erfahrung nicht ersetzt, sie hat sie in Software gegossen, die nachts um drei genauso freundlich ist wie wir am Vormittag.

Zweitens: Kleine Schritte schlagen große Würfe. Wir haben nichts auf einen Schlag umgestellt. Jede Funktion wurde gebaut, im Alltag getestet, verbessert – und erst dann kam die nächste. So bleibt ein System beherrschbar.

Drittens: Unabhängigkeit ist ein Wert an sich. Unser System gehört uns. Kein Abo bei einem Baukasten, keine Provision an eine Vermittlungs-App, keine Agentur-Rechnung für jede Textänderung. Was wir ändern wollen, ändern wir – notfalls noch am selben Abend.

Zum Schluss: volle Transparenz

Es wäre seltsam, einen Beitrag über unsere Arbeit mit einer KI zu schreiben und zu verschweigen, wie er entstanden ist: Auch dieser Text ist im Dialog mit derselben KI entstanden, die unser System mitgebaut hat – und wie alles andere wurde er von uns gelesen, geprüft und freigegeben, bevor er online ging. So halten wir es mit der Technik insgesamt: Sie darf viel, aber das letzte Wort hat immer ein Mensch aus Tübingen.

Wenn Sie das System selbst ausprobieren möchten: Buchen Sie Ihre nächste Fahrt online, registrieren Sie sich für Ihr Kundenprofil oder informieren Sie sich über das Cashback-Programm. Für einen Flughafenstart finden Sie alle Informationen zum Flughafentransfer Tübingen. Natürlich können Sie uns auch bei WhatsApp schreiben oder anrufen: +49 7071 143 85 91 – auch darüber freuen wir uns, seit 1986.

Yasin Akbulut
Über den Autor

Yasin Akbulut

Taxiunternehmer und Taxifahrer seit +20 Jahren. Weiterhin mit Leidenschaft dabei.

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